
Die Traditionelle Chinesische Medizin versteht den Menschen auf drei wesentliche Ebenen:
- Individuelle Einheit – Der Mensch wird als zusammenhängendes Ganzes betrachtet
- Komplexes Funktionssystem – Körperliche und geistige Prozesse sind eng miteinander vernetzt
- Dynamisches offenes System – Ständige Wechselwirkung mit internen und externen Einflüssen
In der Therapie soll die harmonische Beziehung zu sich und zur Umwelt unterstützt und gefördert werden. Diese Art von Behandlung geht nicht nur Symptome an, sondern setzt tiefer wirkende Prozesse in Gang.
Die TCM lässt sich sowohl als alleinige Therapie als auch als Begleitbehandlung einsetzen, insbesondere bei:
- Chronischen Beschwerden
- Fortgeschrittenen organischen Störungen
- Komplexen Krankheitsbildern (z.B. zur Linderung von Medikamentennebenwirkungen)
- Operationen (zur Rehabilitation)
- Genesungsprozessen (zur Beschleunigung)
Die TCM kann auch präventiv eingesetzt werden, wenn die eigenen Ressourcen gestärkt werden sollen, z.B. Leistungsfähigkeit und Widerstandskraft, Schlafqualität usw.
Ausnahmen sind akute internistische oder chirurgische Notfälle und OP-Indikationen.
Akupunktur – punktueller Reiz mit grosser Reichweite
Lat. acus («Nadel») und pungere («stechen»)
Bei der Akupunktur werden Punkte an der Körperoberfläche durch Einstechen von dünnen Nadeln stimuliert. Damit werden Körperfunktionen gezielt beeinflusst und reguliert.
Die Akupunktur ist eine der ältesten und zugleich verbreitetsten Heilmethoden der Welt. Sie gehört heute zu den am besten untersuchten nichtmedikamentösen Therapieverfahren, unter anderem aufgrund ihrer Erfolge in der Schmerzlinderung. Die Akupunktur wird darüber hinaus bei einer Vielzahl von Beschwerden angewandt:
- Bewegungsapparat: Gelenkschmerzen, Rückenschmerzen, Arthrose, rheumatische Beschwerden, Fibromyalgie
- Neurologisch: Migräne, Neuralgien, Phantomschmerzen, neuropathische Schmerzen, Multiple Sklerose, Parkinson
- Funktionelle, wiederkehrende oder chronische Störungen der Organsysteme (Atemwege, Herz-Kreislauf, Magen-Darm), gynäkologische/urologische Beschwerden
- Psychosomatik: Schlafstörungen, Burnout, Angststörungen, Depressionen, Erschöpfung (CFS, Long Covid)
- Weitere: Hauterkrankungen, Sinnesorgan-Probleme, Krebs-Begleittherapie, Immunsystem-Stärkung
Die Laserakupunktur
Die Laserakupunktur ist eine schmerzlose Anwendung, welche sich z.B. bei Kindern oder bei besonders empfindlichen sowie sehr geschwächten Erwachsenen als Alternative zur oder als Einstieg in die Nadel-Akupunkur anbietet. Tiere sprechen ebenfalls sehr gut darauf an.
Die Laser-Anwendung erfolgt auf ausgewählten Körperzonen oder Akupunkturpunkten je nach Indikation. Man kann damit gezielt die Regeneration von Gewebe unterstützen, den Lymphfluss und die Blutzirkulation fördern, Entzündungen und Schmerzen indern oder Muskelentspannung fördern.
Die Eindringtiefe ins Gewebe wird durch die Wellenlänge und die Leistung des Laserstrahl vorgegeben. Ich verwende für die Laserakupunktur einen Sedatelec Premio 32 Laser A-G, der sich mit einer Wellenlänge von 905 Nanometer sehr gut eignet, um unter der Hautschicht die Gewebe tief genug zu erreichen, um einer klassischen Akupunkturnadel zu entsprechen. Um auf oberflächliche Schichten (Haut und Unterhaut) einzuwirken, verwende ich eine Energiereduktionsspitze. Dies eignet sich v.a. für die Behandlung und Entstörung von Narben.
Moxibustion – tief wärmen und bewegen
Die Moxibustion ist eine kombinierte Wärme- und Phytotherapie.
Darunter versteht man die Erwärmung von Körperbereichen oder Akupunkturpunkten mit glimmendem Moxa (fein zerkleinertem Beifusskraut od. Artemisia vulgaris) in sicherem Abstand zur Haut.
Die Moxibustion stimuliert das Immunsystem, die Blutbildung, die Gewebedurchblutung, das Gewebestoffwechsel und die Organfunktionen. Sie findet u.a. bei folgenden Beschwerden Anwendung:
- Schmerzen des Bewegungsapparates (z.B. Lumbalgien, Gelenkschmerzen)
- Schwächezuständen
- Infektanfälligkeit, geschwächtes Immunsystem
- Durchblutungsstörungen
- Gynäkologischen Beschwerden
- Formen der Enuresis (Bettnässen) bei Kindern
- Chronische Krankheiten/Beschwerden mit Kältegefühlen (z.B. Formen der Bronchitis und der Gastritis)
Schröpfen und Gua Sha – stark bewegen
Beim Schröpfen wird Luft in Glaskugeln kurz erhitzt und das Glas rasch auf die Haut gesetzt. Beim Abkühlen entsteht ein Unterdruck, der das Glas fixiert und eine saugende Wirkung auf Haut und Muskulatur ausübt.
Gua Sha ist eine Schabetechnik, die sowohl an kleinflächigen als auch an grossen Körperstellen angewendet wird. Dabei wird mit festem Druck und stets in eine Richtung über kleine, unebene und druckempfindliche Bereiche geschabt.
Schröpfen und Gua Sha wirken schmerzlindernd, krampflösend, durchblutungsfördernd und entspannen das Gewebe. Das Schröpfen stimuliert zudem tiefere Gewebeschichten und das Bindegewebe.
Beide Methoden eignen sich besonders bei:
- Bewegungsapparat: Verspannungen und Schmerzen (z. B. HWS, Lumbago, Arthrose)
- Nervensystem: Neuralgien und Missempfindungen (Kribbeln, Taubheit)
- Atemwege und Immunsystem: Erkältungsbeginn, Allergien, Immunschwäche
- Innere Organe: Funktionelle Störungen (Asthma, Verdauung, Zyklusbeschwerden)
- Kopfschmerzen

